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Inhalt: Kurzprosa Teil 6

Eisblumen und Rosenblüten

Wenn es Winter wird und Eisblumen blühen,
einen Kranz an meinem Seelenfenster bilden,
mich friert, weil ich nackt vor Dir steh,
dann, ja dann frag ich Dich:

Schenkst Du mir ein Gewand, das den Duft Deiner Haut trägt
und die Wärme der Mittagssommersonne birgt?

Aus der Ferne Du mich liebst,
Dich nicht näher traust,
weil ein Weltenmeer uns trennt,
meine Flaschenpost an Deiner felsigen Küste zerschellt.

Tritt an das Gestade und schau den silberblau glänzenden Mond,
in schemenhaft, rauchende Nebelschwaden eingehüllt.
Dort steh ich aufrecht, nicht einsam aber sehnsüchtig und singe ein Lied,
das Gezeiten Dir ins Ohr flüstern und Winde Dir ins Haar kräuseln.

Verblichen sind die Noten auf dem Papier,
die einst eine fröhliche Weise ertönen ließen.
Doch kräftig sind die Farben der Rosenblüten in meinem Wintergarten.
Dort verweil ich gern und ihr Anblick mich beglückt und mir Frieden schenkt.

Frühlingsbrunnen

Springbrunnen im Frühling

Dich zu sehen bedeutet den Frühling fühlen,
wie dahingezaubert entfachst Du meine Lebensgeister,
jeder Tropfen Deines Anblicks ein Liebeselixier,
ein Strom der meine Seele mitreißt,
die sich aufbäumt Dir zu entfliehen,
und doch immer wieder in Dich hineinfließt.

Eine magische Säule der Imagination,
ein unwiderstehlicher Sog der Gravitation,
ein gewaltiger innerlicher Aufschrei gegen das Unmögliche,
eine Vision des puren, reinen und höchsten Glücks,
hinterlässt Du in meinem Wildwasserherzen.

Eiskaffee

Weißgraue Wolken ziehen schnell vorbei,
ihr Weiß, angestrahlt, wirkt wie Wattebauschgebirge,
himmelblaue Flecken, locken wie Tore zum Sonnenland,
Glockenspiel zerreißt die Morgenstille,
so klar und durchdringend wie das Eis auf den frostigen Dächern birst.

Eisiger Wind umspült Windlicht, wie Dämonen den Verstand,
Sonnenschirm trotzt Schneeregen, wie die Biberhaut meines Gemüts,
Milchkaffee warm durch die Kehle fließt,
wie Dein Lächeln betörend in meine Seele strömt.

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